Die Suche nach dem „Blob“.

(auch bekannt unter: „Physarum polycephalum„)

Der Schleimpilz Physarum polycephalum hat außer seinem Namen nicht viel mit Pilzen zu tun, er ist auch keine Pflanze, auch kein Tier – dennoch eines der ältesten Lebewesen des Planeten.

Einzuordnen wäre Physarum polycephalum etwa bei den ersten Fungi.

Wer sehr viele Details zu diesem außergewöhnlichen und scheinbar intelligenten Organismus (Spoiler: Es ist ein Einzeller) erfahren möchte, dem kann ich nur die Doku auf ARTE empfehlen.

Für alle die keine Lust auf gelbe, Haferflocken fressende Organismen haben gibt’s eine Kurzfassung:

Physarum polycephalum bekommt seinen Beinamen „Blob“ weil er wie im Horrorfilm von 1958, außerirdisch wirkt und immer auf der Suche nach Fressbarem ist. Er findet die kürzeste Strecke zwischen einzelnen Nahrungsquellen und kann sich am Tag um bis zu 1 Meter fortbewegen.
Diese Eigenschaften haben sich z.B. Forscher aus Japan zu Hilfe genommen um die Effizienz des japanischen Schienennetzes zu überprüfen. Der Blob wurde auf einer Karte an der Stelle von Tokio platziert und Haferflocken als Nahrungsquellen stellvertretend für die wichtigsten Städte Japans. Der Blob bildete sein Venennetz so aus, dass es dem aktuellen Schienensystem des Landes verblüffend ähnelte. (Timestamp im Video: 15:09)
Der Blob zeigte also intelligentes Verhalten auf der Suche nach dem Effizientesten Weg.

Die Art wie sich der Blob fortbewegt, die gebildeten Netzstrukturen, seine Schleimspuren die er hinterlässt und seine Überlebensstrategien machen ihn zu einem sehr spannenden Forschungsobjekt für mich.

Es wird also Zeit ihn auch bei uns zu suchen und ihn zu bändigen. Die Haferflocken stehen bereit.

Weitere Links:
Wissenschaftlicher Artikel zur japanischen Forschung:
https://eprints.soton.ac.uk/263582/1/TsudaS07RobCntrlBioCell.pdf

Artikel über den Pariser Zoo, der dem Blob ein eigenes Gehege widmet:
https://www.tagesschau.de/ausland/blob-zoo-paris-101.html